Wieso das MCU etwas Wichtiges verliert

James Gunn war nicht nur Regisseur der Guardians oft he Galaxy-Filme, sondern auch der kreative Kopf dahinter. Er schrieb für alle 3 Filme die Drehbücher und hatte in Avengers Infinity War ebenfalls die volle kreative Kontrolle. Er schrieb die Dialoge der Guardians-Filme und verfolgte seine eigene Vision der Charaktere.

 

Gunn gelang es liebevolle, charmante und vor allem tiefgründige Charaktere zu erschaffen, die sofort das Herz der Marvel Fans erobert haben. Manche mögen sicher sagen die Filme seien albern, was teilweise stimmen mag, dennoch sind es Charaktere mit Herz. Man merkt beiden Filmen die Leidenschaft dahinter an.

 

Für Marvel damals sicher ein Risiko, erschuf er aus völlig unbekannten Marvel Charakteren einen Blockbuster, der Marvel Millionen einbrachte. Es folge Volume 2, eine animierte Zeichentrickserie sowie ein Themenpark in Disney World.

Zu den Charakteren:
ACHTUNG INFINITY WAR SPOILER ENTHALTEN
 

Was auf den ersten Anschein nicht erkennbar ist, Rocket ist eines der tragischsten Figuren in MCU. Er ist ein zutiefst trauriges und einsames Wesen.

„Ich hab nicht drum gebeten erschaffen zu werden. Ich hab nicht drum gebeten zerlegt und immer wieder zusammengesetzt zu werden. Verwandelt ihn irgendein ein kleines Monster!“
- Rocket (Guardians oft he Galaxy)

„Er ist ein kleines, unschuldiges Tier, das zugunsten anderer verletzt, verändert und manipuliert wurde. Er ist deshalb sehr einsam. Es gibt nichts, das so ist wie er. Sein Bewusstsein und sein Wesen sind anders als alles andere im Universum. Er ist einzigartig. Er ist deshalb sehr einsam und traurig. Rocket funktioniert als Figur weil er witzig ist. aber im Kern ist er sehr, sehr einsam und einer verletzlichsten bei den Guardians of the Galaxy“
- James Gunn (Vol. 1 - Audiokommentare)

 


Peter Quill der in der Vergangenheit hängen gebliebene, seltsame Typ. Der in seinen Leben nur eines wollte, einen Vater! Viel zu spät erkannte er, dass er dies bereits all die Jahre durch Yondu hatte. Die ganze Zeit über fühlte er sich einsam, und vergas aber niemals seine liebevolle Mutter Meredith Quill, unter dessen Tod er ziemlich leidet, auch heute noch. Er ist über alle Maßen in Gamora verliebt und schafft es nicht sie zu töten, wie könnte er auch, ist die doch seine einzig große Liebe. Viele Fans hassen Chris Pratt jetzt dafür Peter Quill sich nicht beherrschen konnte und Thanos unbedingt eine reinhauen musste. Jedoch zeigt das sehr gut Peter Quills Liebe zu Gamora. Ich an seiner Stelle hätte Thanos genauso eine verpasst.

 


 

Gamora eine ehemalige eiskalte, gnadenlose Assassine, die immer in allen die Beste und Schnellste sein wollte und regelmäßig ihre Schwester besiegte, erkannte das sie das Richtige tun muss und sich schließlich sogar unsterblich in Peter verliebt hat. Sie empfindet auch eine große Liebe für ihre Schwester Nebula. Das Gamora schließlich von Thanos geopfert wurde, weil sie das Einzige ist was er je wirklich geliebt hat, zeigt nur wie wichtig Gamora für die anderen Figuren ist. Zoe Saldana´s herausragende Schauspielerische Leistung in Infinity War, machte diesen Moment zu einen unvergessenen Moment. 

 


 

Yondu’s Offenbarung, dass er immer schon Peters Vater war und dessen anschließende Opferung für Peter war einer der emotionalsten Momente im ganzen MCU, gefolgt von einer der schönsten Beerdigungen die ich je gesehen hab. 
Yondu, der im ersten Film noch eine nebensächliche Figur war, rührte uns zu Tränen und wir trauerten um den egozentrischen Centauri. Mit "Father and Son" erschuf Gunn hier ebenfalls einen unvergessenen Moment.

 

Aber auch er ist im Grunde eine tragische Figur. Von seinen Eltern im stich gelassen, war er 20 Jahre lang Sklave der Kree, bis er von den Ravangers gerettet wurde. Jedoch ließ er sich auf Geschäfte mit Ego ein und Betrieb somit Kinderhandel. Als er jedoch Peter von der Erde holte, war dieser wie ein Sohn für ihn und er zog ihn groß. Yondu hat sein Leben lang bereut was er für Ego getan hat.

 



Groot, das liebevolle Baumwesen, und bester Freund von Rocket gab mit „Wir sind Groot“ sein eigenes Leben um seine Freunde zu retten. Rocket pflanze einen Teil von ihm neu an und so entstand ein vollkommen neuer Groot, der einen Vater in Rocket sieht, und liebevoll von den Guardians groß gezogen wird. Mit den Worten „Dad“ verfällt er schließlich mit Tränen in den Augen zu staub.

 


 

Drax, ja… Drax. Er scheint zwar oberflächlich nicht viel auf den Kasten zu haben, und hat ein Talent die falschen Dinge zu sagen. Jedoch leidet er sehr unter dem Verlust seiner Familie, seine Frau und seine kleine Tochter fehlen ihm. In Mantis hat er gute Freundin gefunden und die Guardians of he Galaxy zählen für ihn als „neue“ Familie.

 

 

 

 


Ego war einer der besten Bösewichte die ich ihm MCU bis jetzt sehen durfte.

Dies alles entstammt der Feder von James Gunn.

 

Gunn hat ganz bewusst Vol. 2 timelinemäßig im Jahr 2015 angesetzt, weil er uns unbedingt diese Geschichte über Familie und Freundschaft erzählen wollte. Für mich zählt Vol. 2 zu einem der besten MCU-Filme.

Keiner der restlichen Charaktere im gesamten MCU weißt für mich so viel Tiefgründigkeit auf wie die Guardians of the Galaxy. Selbst der Tod von Fan Liebling Loki ließ mich im Vergleich zu Yondu´s tot kalt.

 

Gunn erschuf außerdem eine wunderschöne kosmische Welt, mit zahlreichen Aliens und Planeten.
Nicht umsonst war die Filmreihe 2015 für das beste Make-up und 2015 sowie 2018 für die besten visuellen Effekte bei den Oscars nominiert. Marvel möchte sich in Zukunft mehr auf das komische Universum im MCU konzentrieren, das Gunn hier maßgeblich geprägt hat.

 

Gunn ist ein offener Typ, der für die Fans immer Zeit nahm um Fragen zu beantworten. Regelmäßig durften ihn Fans auf Twitter Fragen stellen. Ebenso teilte er regelmäßig „Behind the Scenes“-Fotos und teilte Hintergrund wissen mit uns.

 

 

Als James Gunn 2012 engagiert wurde verkündete er.

 

Als lebenslanger Liebhaber von Marvel-Comics, Space-Epen und Waschbären ist dies der Film, auf den ich seit meinem neunten Lebensjahr gewartet habe.“

 

„Ich bin unglaublich aufgeregt. Ich bin auch den Fans und der Presse unglaublich dankbar für all ihre Worte der Ermutigung und Unterstützung bezüglich meiner Beteiligung an diesem Projekt, seit die Nachrichten zum ersten Mal veröffentlicht wurden. Danke - Sie haben mich ehrlich berührt und überwältigt“

 

Die Guardians of he Galaxy waren also immer schon ein Herzensprojekt von James Gunn.
Er selbst sagt, dass es ihm zu einen besseren Menschen gemacht hätte an diesen Filmen zu arbeiten.   

 

Guardians oft he Galaxy Vol. 3 sollte der Wegweiser für die nächsten 10-20 Jahre werden:

 

Eines der Dinge, die ich mit der Umsetzung von Guardians of the Galaxy Vol. 3 mache - er wird nach den nächsten beiden Avengers-Filmen spielen - und er wird dabei helfen, die nächsten 10, 20 Jahre an Marvel-Filmen aufzustellen. Das wird das kosmische Universum wirklich erweitern.
- James Gunn


Marvel verliert einen jungen, überaus talentierten Screenwriter und Regisseur.
Ich denke das wird bei vielen Fans eine Narbe hinterlassen.

 

Wenn Teil 3 jetzt ein neues Drehbuch bekommt, was noch nicht feststeht, könnte sogar das tiefgründige und charmante der Charaktere verloren gehen, das Gunn über die Jahre aufgebaut hat.
Guardians oft he Galaxy wäre dann sicher noch witzig und cool wie davor, jedoch bin ich mir sicher das etwas entscheidendes fehlen würde.
Da uns die Guardians sicherlich noch eine Weile, in welcher Konstellation auch immer, erhalten bleiben könnte sich also auch etwas Wesentliches für Phase 4 ändern.

 

Gunn hat eine provokante Vergangenheit und wollte auf sich aufmerksam machen. Dafür wird er jetzt bestraft.
Seine Freunde beschreiben ihn als den liebevollsten Menschen die sie je getroffen haben und ich er sicherlich nicht verdient, wie Disney ihn behandelt.

 

Ob die Guardians auch ohne ihn ihre Tiefgründigkeit und Charme behalten bleibt abzuwarten.

 

Eva Denise Rasser